
Wir nehmen Abschied von Brigitte Bardot, einer Figur, deren Ausstrahlung das Kino verändert hat, ohne je ganz ins Kino zu gehören. Als Ferry Ahrlé damals 1959 das Filmplakat zu Ein Weib wie der Satan entwarf, wollte er nicht nur einen Film bewerben, sondern die Essenz dessen einfangen, was Bardot auf der Leinwand verkörperte. Ihre Schönheit war mehr als nur visuell: sie war Ausdruck von Lebensgefühl, Ambivalenz und einer kaum fassbaren Freiheit, die selbst ein Maler wie Ferry Ahrlé nur schwer mit Pinsel und Farbe vollständig einzufangen vermochte. Das Plakat mit ihrem Profil wurde zu einem Stück Zeitgeschichte, ein Fenster in eine Ära, in der Bardot als Symbol einer neuen Weiblichkeit und Sinnlichkeit galt. Sie war auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher Veränderungen ihrer Zeit. Brigitte Bardots Energie zeigt auch heute noch, dass ein Plakat mehr sein kann als Werbung: Es kann eine Hommage sein an die Person, die es inspiriert hat.
Dass Brigitte Bardot dieses Plakat persönlich signierte, ist kein sentimentales Detail. Es ist ein Urteil. Sie erkannte sich darin. Nicht Besitz, nicht bloßes Begehren, sondern Haltung. Ein gutes Plakat zeigt genau das – und manchmal erkennt die Dargestellte sich darin selbst.